Berührungen, Seelennahrung

„Berührung ist, die Wärme zu spüren und dann das Feuer zu machen.
Den blauen Himmel über den Regenwolken zu sehen.
Ein Kuss in zehn Geschwindigkeiten.“
(aus „Touch“ von Denny Johnson)

Was bedeutet eigentlich “Berührung”? Was bedeutet es, sich berühren zu lassen?
Woran merkst du, dass du berührt, gerührt bist?

Heute wähle ich einmal die Anrede des du, weil sie einfach besser zu diesem Thema passt. Ich möchte euch gerne persönlicher ansprechen und einladen, mit- und nachzuspüren.

Berührungen sind Nahrung für die SeeleIch erzähle zuerst, wie es sich für mich anfühlt: Wenn ich mich von etwas berühren lasse, wenn mich etwas ergreift und ich mich innerlich davon mitnehmen lasse, spüre ich das vor allem durch meine Gefühle. Was ich dann erlebe, löst in mir ein Körpergefühl und ein Herzensgefühl aus. Ich spüre Wärme, Prickeln, Tiefe. Berührt zu sein, rührt mich manchmal sogar zu Tränen. Einfach so. Weil ich so empfinde, als würden Liebe oder Schmerz, Leidenschaft oder Sehnsucht, Wärme oder Glück mich völlig ausfüllen.

Wie fühlt es sich bei dir an? Weißt du es? Erinnerst du dich, wann du es zuletzt erlebt hast?

Was berührt dich?

Die Fähigkeit, sich berühren zu lassen, wohnt (vermutlich) in jedem Menschen. Doch wie, wodurch und auf welche Weise das geschieht, das ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Wir unterscheiden uns mit Sicherheit auch in der Tiefe unseres Berührt-seins. Auch was der Einzelne aus diesen Erlebnissen und Momenten mitnimmt, was er für sich und sein Leben daraus gewinnt, wird jeder anders empfinden.
Bei Menschen, an denen mir viel liegt, möchte ich gerne mehr darüber wissen. Ich bin neugierig und möchte gerne verstehen, wovon sie berührt sind oder wie sie sich berühren lassen und was das für sie bedeutet. Es ist ein Geschenk, sich mit seinen Gefühlen so offen zu zeigen – und in jedem Fall ist es verbindend, solche Gedanken und – noch mehr – solche Momente zu teilen. Das finde ich wunderbar!

Was mich berühren kann:

  • Musik
  • weite Landschaften
  • Sonnenaufgang
  • Sonnenuntergang
  • Vogelgesang
  • Babys
  • junge Tiere
  • Schönheit
  • Wasser – Bergsee, Ozean, Plätschern eines Baches
  • ein romantischer Film
  • ein klarer Sternenhimmel
  • mir gezeigte Zuneigung
  • ein liebevoller Blick
  • die Berührung einer wohlwollenden Person
  • spürbares Vertrauen
  • Liebe

BerührtDas ist es, was mir spontan eingefallen ist. Die Reihenfolge ist völlig beliebig. – Ich bin ziemlich sicher, dass das ein oder andere auch dich berührt. Doch überlege für dich selbst, wo du ähnlich empfindest und sagst: Ja, davon fühle ich mich manchmal auch berührt! Doch vielleicht sind es auch ganz andere Lebensbereiche oder Phänomene, die dich innerlich bewegen.

Welche Dinge, Menschen, Szenen, Phänomene oder Situationen fallen dir ein, die für dich sehr ergreifend und berührend sind?

Welchen Platz hat Berührtsein in deinem Leben?

Sich berühren lassen zu können, bringt Menschen mit sich selbst in Verbindung. Und das wiederum wirkt auf verschiedenste Weise selbststärkend. Kein Wunder also, dass es als ein Pfeiler von Resilienz verstanden wird. Ist es nicht ein Geschenk zu wissen, dass man sich selbst gezielt solche angenehmen Momente verschaffen kann? Es braucht nicht viel mehr als den Willen und das Aufsuchen einer entsprechenden Situation. Die nötige Achtsamkeit. Bewusste Offenheit. Und wie von selbst fühlt man sich danach entspannt und erfüllt. Weil man mit seinem Innersten in Verbindung ist.

Das ist mehr als sich “nur” wohlzufühlen, weil genau solche Momente das Selbst-bewusst-Sein, das Sich-selbst-vertrauen, das Gute-in-der-Welt-sehen, das Verbunden-sein und anderes mehr nähren. Es fühlt sich erfüllend an und ist in diesem Sinne Seelen-Nahrung. Sich berühren zu lassen, und zwar absichtsvoll, macht also sehr viel Sinn, wenn wir uns im Einklang mit uns und unserer Umgebung fühlen möchten. Es liegt in unserer Hand, diese Momente zu schaffen, zu suchen, zuzulassen und sie zu genießen. Wir unterbrechen Stress und negative Gedanken, fokussieren auf Wohltuendes und verbinden uns ganz bewusst mit dem, was uns berührt.

Genau das werde ich jetzt tun. Ich setze mich aufs Fahrrad, nehme meinen Hund mit und fahre durch den Wald. Rieche die Erde nach dem Regen der letzten Nacht, höre den ansteckend aufmunternden Gesang der Vögel, freue mich über den Bach, die Natur … Wie schön, dass ich mich von all dem berühren lassen kann.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen erfüllende, weil berührende Momente. Wärme, die Feuer entfacht. Eine Ahnung von dem blauen Himmel hinter den Wolken. Küsse in unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Und von all dem so viel, wie in diesem Sommer möglich ist.

1 Antwort
  1. Gundy sagte:

    Ein herzliches Hallo!

    Was mich berührte heute Morgen auf meinem Spaziergang war schmerzlich!
    Auf einem kleinen Handkarren lag ein
    kranker fast lebloser Hund. Die Pfoten eingebunden. Ich sah das Gespann (Hundebesitzerin mit Partner und noch 2 weitere Hunde
    nicht das erste Mal ihre Runden laufen! Doch heute hat es mich beelendet!

    Für den Hund wünschte ich den Gang über die Regenbogenbrücke!

    Antworten

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.