Entschlossenheit und Zufriedenheit

„Du musst jeden Morgen mit Entschlossenheit aufstehen, wenn du am Abend mit dem Gefühl von Zufriedenheit zu Bett gehen möchtest.“
(George Horace Lorimer, Journalist, 1867 – 1936)

 

Im Grunde ist es ein sehr breiter gemeinsamer Nenner aller Menschen: Am Abend, wenn wir unseren Kopf aufs Kissen betten, möchten wir mit einem Gefühl von Zufriedenheit einschlafen. Zufrieden mit uns selbst und dem, was wir tagsüber geschaffen haben, was wir gesagt und bezweckt haben. Zufrieden mit den Momenten, in denen wir uns lebendig, erfolgreich, geliebt, froh oder verbunden gefühlt haben. Erinnern wir am Abend solche Momente, fallen wir angenehm beruhigt in einen verdienten Schlaf. zufriedenheitEs ist erwiesenermaßen eine sehr wohltuende und gesunde Gewohnheit, sich am Abend bewusst solcher Momente zu erinnern und kleines Glück in seiner Zufriedenheit zu finden.

Die Suche nach dem Glück

Ich habe schon öfter darüber geschrieben, und vielleicht wissen Sie es ja auch schon: Mit der Positiven Psychologie hat die Glücksforschung Auftrieb erhalten. Der psychologische Ansatz verschiebt sich auf die Erforschung von Dingen, die uns helfen, glücklicher, optimistischer und zufriedener zu leben.

Früher suchte man in der Psychologie vorwiegend nach Umständen und möglichen Ursachen, die verantwortlich für psychische Störungen und menschliches Unglück gemacht werden konnten. Es ist immer noch weit verbreitet, jemandem oder etwas die Schuld dafür zu geben  – notfalls sich selbst. Der Glaube, man „sei“ nun halt einmal „so“, ist weit verbreitet. Viele glauben es wirklich und sagen sich: „Das ist, was ich geworden bin, ich kann nicht anders.“ Als wären sie ewig dazu verdammt, das zu sein.
Mit der Positiven Psychologie veränderte sich dieser Ansatz. Hier geht es nicht um „Schuld“, man erforscht vielmehr das Potenzial, das Unterstützende, sucht Bedingungen für Glück und Zufriedenheit. Man möchte herausfinden, was jeder für sich und sein Wohlbefinden wirklich tun kann. Man stellt Fragen danach, welche Umstände sich günstig auf den Menschen auswirken und ihm Energie, Kraft, Freude, Harmonie, Sinn – und damit letztlich Glück schenken.

Gute Gewohnheiten

Bei genauerer Betrachtung stellt sich heraus, dass all dies gar keine Geschenke im eigentlichen Sinne sind. Sie sind vielmehr auch das Ergebnis von Entscheidungen, die mit Entschlossenheit umgesetzt werden, sind das Ergebnis von Handlungen und Gewohnheiten. Wir Menschen sind weitaus mehr das Ergebnis dessen, was wir tun (oder nicht tun) als irgendwelcher anderer Faktoren. Gute Gewohnheiten sind ein Fundament, sind wie Eckpfeiler eines gelingenden Lebens.

Was tun Sie gewohnheitsmäßig, um sich gut zu fühlen? Auf welchem Fundament bauen Sie einen gelingenden Tag auf? Ist es

  • ein Morgenspaziergang?
  • eine ruhige Zeit am Morgen mit Kaffee oder Tee?
  • ein energetisierendes Sportprogramm?
  • Meditation / Yoga?
  • etwas anderes, womit Sie gut in den Tag starten?

Und dann gibt es sicher weitere Gewohnheiten, die Sie durch den Tag begleiten und mit denen es Ihnen gelingt, z.B. in Balance zu sein, mental fit zu bleiben, die für gute Beziehungen sorgen, Ihre Arbeitsdisziplin stärken usw.
Auch für den Abend gibt es bewährte Rituale, die für einen guten Ausklang des Tages sorgen. Wieder kann z.B. Bewegung einen Beitrag leisten, um inneren Stress abzubauen und den Organismus zur Ruhe zu bringen. Auch mag für manchen das Tagebuchschreiben so eine nützliche Gewohnheit darstellen. Für mich hat sich auf jeden Fall die Gewohnheit der „3 blessings“ bewährt: Vor dem Schlafen nochmals bewusst drei Highlights des Tages erinnern, das jeweilige Gefühl nachvollziehen und sich beim Einschlafen gut mit sich selbst fühlen.

Mit Entschlossenheit zum Ziel

Am Ziel ankommen zu wollen, genügt nicht. Die Willenskraft erschöpft sich schnell, wenn wir sie zu sehr beanspruchen, genau wie ein Muskel, der bei Überbeanspruchung ermüdet. Mit Entschlossenheit zum ZielDaher macht es Sinn, sich darüber klar zu werden, was man grundsätzlich und wirklich im Leben will und darauf aufbauend konsequente Entscheidungen zu treffen. Einmal so entschieden weiß man, dass man auf dem richtigen Weg ist. Das macht es viel einfacher, jeden Tag mit Entschlossenheit das zu tun, was dem eigenen „Willen“ entspricht.

Sind solche Grundsatzentscheidungen einmal getroffen, haben wir ein Ziel, das wir verfolgen können. Ob wir dort ankommen, ist danach zu allererst von unseren Handlungen abhängig. Daher ist es so unglaublich wertvoll, dieses Handeln in Gewohnheiten einzubetten und uns dadurch auf unserem Weg zum Ziel selbst zu unterstützen. Gewohnheiten brauchen keine Willenskraft, keine neuen Entscheidungen. Wir tun es einfach. Routiniert. Gewohnheitsmäßig zur üblichen Zeit, in der entsprechenden Situation. Einfach so. Ein ums andere Mal wieder und wieder.

Das Ergebnis: Langsam und in kleinen Schritten kommen wir unserem Ziel, manchmal fast unmerklich, immer ein wenig näher.

Gewohnheitsmäßiges Denken

Hinter all dem – hinter dem Ziel, den Entscheidungen, dem Wollen, dem persönlichen Glück – steht vor allem eins: Unser gewohnheitsmäßiges Denken. Es ist unglaublich wichtig, über sein eigenes Denken die Kontrolle zu übernehmen. Gedanken sind nämlich unwahrscheinlich übergriffig, wenn man ihnen freien Lauf lässt. Sie wiederholen sich hartnäckig, stoßen einen in Abgründe, können einem den Spaß verderben, alles schwarzmalen und das Leben zur Hölle machen. Lassen Sie das nicht zu! Übernehmen Sie selbst die Regie und Verantwortung dafür, was Sie denken. Sorgen Sie dafür, dass Ihre Gedanken aufbauend und anregend auf Sie wirken, problemlösend, zielgerichtet, annehmend.

Mein Credo ist immer wieder das eine: Sie müssen bemerken, was ist! Bemerken Sie Ihre Gedanken und zu welchen Gefühlen diese führen. Bemerken Sie, was Ihnen nicht gut tut. Und vor allem: Glauben Sie sich bei weitem nicht alles, was Sie denken! Da wird viel zufälliger Unsinn im Gehirn produziert, der zum Glück schnell wieder verschwindet, wenn man ihm keine Bedeutung gibt. Bemerken Sie Gedanken, die Sie verunsichern und Ihnen schaden, und schicken Sie sie auf eine Reise woanders hin. Lenken Sie stattdessen Ihre Gedanken in eine andere Richtung. Es ist eine Übungssache, aufbauende Gedanken zu denken, keine Charaktersache. Es ist eine Sache der eigenen inneren Haltung und der Entschlossenheit.

Und auch in diesem Sinne stimmt also das Eingangszitat: Wenn Sie mit Entschlossenheit Ihren Tag mit positiven, annehmenden und unterstützenden Gedanken starten, werden Sie am Abend mit großer Wahrscheinlichkeit auch zufrieden einschlafen. Das Geheimnis des Erfolgs ist eigentlich keins mehr: Man muss es wagen, sich auf diesen Weg zu machen und ihn zu gehen.

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