„Dumme rennen, Kluge warten, Weise gehen in den Garten.“
(Rabindranath Tagore, 1861-1947, bengalischer Dichter, Philosoph, Maler, Komponist, Musiker)

Beim Lesen des Zitats kam mir eine Art Erkenntnis: Im regelmäßigen Turnus durchlaufe auch ich immer wieder diese drei Stufen in ähnlicher Form. Manchmal renne ich nichts erkennend durch die Welt und will ganz viel ganz schnell mitnehmen. Ein anderes Mal warte ich auf Bewegungen in der Welt, hoffend, dass mir begegnet, was ich brauche. Und wieder ein anderes Mal streife ich ziellos durch Gärten, durch Natur und Landschaften und WUNDERe mich, welche inneren Welten sich darin spiegeln.

Sommerzeit – Gartenzeit

Im Sommer ist für die meisten von uns mehr „Gartenzeit“ möglich als sonst. Mehr Draußenzeit. Zeit für Muße. Zeit für zielloses Nichtstun. Zeit, sich am und im Garten des Lebens zu freuen, ihn mit allen Sinnen wahrzunehmen. Zeit für Loslassen, Dankbarkeit, Hingabe.
Rabindranath Tagore geht noch weiter und stellt eine Verbindung zwischen Weisheit-erlangen und In-den-Garten-gehen her. Das spricht mich spontan an, denn auch für mich heißt Weisheit nicht, Wissen besitzen zu müssen. Vielmehr verstehe ich sie auf einer intuitiven Ebene als Erfahrungswert. Gar nicht so einfach, das klar zu erfassen, dachte ich, und habe „Weisheit“ gegoogelt.

Wechselwirkungen

„Weisheit ist tiefe Einsicht in Lebenszusammenhänge.“  Sie beinhaltet demnach auch Einsicht in mögliche Wirkungen von Rennen, Eile, Hast, Unruhe, Getrieben sein usw. auf unseren Geist. Gleichzeitig lassen sich vielleicht, während wir durch Gärten gehen, ebenso Auswirkungen von Warten, Abwarten, Kommen-lassen, Ruhe-bewahren, Andere-vorgehen-lassen, Annehmen-was-kommt usw. erspüren.

All das finde ich in dem Zitat wieder. Ich beschließe also, dem Dichter zu glauben und anzunehmen, dass es eine kluge Entscheidung ist, weniger zu rennen und öfter einfach mal in den Garten zu gehen und zu schauen. Und dabei will ich die Wechselwirkungen zwischen außen und innen zulassen und mich darauf einlassen.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen noch entspannte Tage im August, im Urlaub, im Alltag und vor allem in den Gärten.

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