„Manche Menschen sind wie ein Spiegel, der uns hilft, in die verborgenen Winkel unserer Seele zu schauen.“
(Unbekannt)

10 Jahre Newsletter Persönlichkeit wagenHeute möchte ich in eigener Sache vorweg schicken, dass ich es wirklich von ganzem Herzen schön finde und ich mich sehr ĂŒber die vielen aktiven RĂŒckmeldungen von allen Newsletterlesern freue, die nun weiter mit „dabei sind“ und die meine Gedanken weiterhin lesen möchten. Vielen Dank fĂŒr Ihre Treue!
Wie lange sind Sie schon dabei?
Übrigens sind es dieses Jahr genau 10 Jahre, in denen ich meine Gedanken mit Ihnen teile und den Newsletter verschicke. Ich bin ein bisschen stolz darauf, seit 10 Jahren jeden Monat in schöner RegelmĂ€ĂŸigkeit meinen Newsletter zu schreiben. Und das immer noch mit Freude und viel Engagement. Das heißt fĂŒr mich ganz eindeutig: Es macht mir einfach wirklich Spaß!

Es wĂŒrde mich jetzt echt mal interessieren, wie viele von Ihnen seit 2008 schon dabei sind. Vielleicht nehmen Sie sich dann ganz kurz einen Moment, um zu antworten? WĂŒrde mich rieeeeesig freuen! Einfach so, aus Neugierde, wie lange wir schon gemeinsam diesen Weg gehen.

Und wenn Sie mögen, dann stöbern Sie doch noch ein bisschen nostalgisch in den alten Newslettern. Sie finden die komplette Sammlung in meinem  Newsletterarchiv.

Spiegelungen der Seele

In den letzten Tagen beschĂ€ftigt mich der Gedanke, was das eigentlich genau heißt, dass sich unsere Seele in anderen spiegelt. Ich habe viele Fragen, aber keine einfachen Antworten. Ich denke, das entspricht der Tatsache, dass zwischenmenschliches Zusammenleben eben nicht einfach ist, sondern es immer komplexe Antworten gibt.

Vielleicht haben Sie Lust, auch ĂŒber einige Fragen nachzudenken. Ich schreibe einfach mal auf, was mir jetzt dazu einfĂ€llt.

Projizieren wir etwas in andere oder sie in uns? Oder arbeiten nur unsere Spiegelneurone so, wie sie es auch sollen? Wann ist es gut, mitzufĂŒhlen und wann lassen wir uns etwas ĂŒberstĂŒlpen oder uns in etwas hineinziehen?

Hassen wir andere wirklich, wenn sie WesenszĂŒge tragen oder Verhaltensweisen zeigen, die wir an uns selbst ablehnen? Wenn meine Freundin so ĂŒberpĂŒnktlich ist, hasse ich das und regt mich das deshalb so auf, weil ich auf den letzten DrĂŒcker bin, auch gerne zu spĂ€t komme und das nicht ansehen will?

Dienen wir nicht andererseits auch anderen Menschen als Spiegel? Wenn meine Freundin also gekrĂ€nkt ist, weil ich unpĂŒnktlich bin – liegt es vielleicht daran, dass sie auf einer tieferen Ebene eine alte KrĂ€nkung neu erlebt? Dann habe ich nur am Rande etwas damit zu tun.

spiegelungen der SeeleKonditionierung

Wenn ich das weiterdenke, dann wird auch klar, warum das alles so ist und die gegenseitigen Spiegelungen so zuverlĂ€ssig funktionieren. Es ist eine Konditionierung, die uns Menschen mitgegeben ist, denn so lernen wir, GefĂŒhle wahrzunehmen. Wenn die Mama lĂ€chelt, lĂ€chelt das Baby und fĂŒhlt sich angenommen. Der Spiegel sagt dem Kind: Die Mama mag dich! So funktioniert das eben, und fortan sehen wir unseren Selbstwert im Verhalten eines GegenĂŒbers. Das gilt auch fĂŒr den nicht so schönen Fall, dass die Mama die Stirn runzelt und böse guckt. Dann fĂŒhlt sich das Kind schlecht, glaubt es wird abgelehnt und nicht geliebt.

Das Baby lernt auf diese Weise sehr viel ĂŒber die eigenen GefĂŒhle und die GefĂŒhle anderer und damit ĂŒber das emotionale und soziale Zusammenleben. SpĂ€ter bringt den Kindern meist niemand mehr bei, dass und wie sie lernen können, ihren Selbstwert nicht mehr im Spiegel anderer festzumachen, sondern sich mehr und mehr auf ihre eigenen GefĂŒhle zu verlassen. Diese UnabhĂ€ngigkeit erlaubt es, im Spiegel der anderen auch in verborgene Winkel seiner Seele zu schauen.

Du bist du. Ich bin ich.

Wenn dich jemand Ă€rgerlich anschreit, weil ihm/ihr nicht passt, was du sagst, denkst oder tust, dann hat das nichts mit dir zu tun. Es ist einfach die Art, wie diese eine Person ihren inneren Stress und Ärger ausdrĂŒckt. Du brauchst dich nicht schlecht oder falsch zu fĂŒhlen, wie du es damals bei Mama gefĂŒhlt hast.

Als Erwachsene können wir lernen, das bei dem anderen zu lassen, was zu dem anderen gehört. Wir haben natĂŒrlich unseren Anteil an den Ereignissen, aber nicht daran, wie andere reagieren. Wir haben die Freiheit, die Anteile der anderen mit einer gewissen Distanz zu sehen und mĂŒssen uns nicht deren Schuh anziehen. Wir können Abstand von dem Ganzen nehmen und sagen: Das bin ich. Das sind meine Anteile. Und das andere, das bist du. Das sind deine Anteile. Das ist dein GefĂŒhl, deine Erfahrung und deine Art, damit umzugehen, und ich muss nicht das Gleiche wie du fĂŒhlen. Ich bin nicht fĂŒr dich verantwortlich.

FĂ€higkeiten schulen

Die FĂ€higkeit, seinen Wert nicht an anderen festzumachen und auch gefĂŒhlsmĂ€ĂŸige UnabhĂ€ngigkeit zu erreichen, erfordert Übung und Bewusstheit. GefĂŒhlt verbinde ich das eng mit der FĂ€higkeit, auch in die verborgenen Winkel der eigenen Seele zu schauen, gerade weil ein anderer Mensch sie uns spiegelt. Und das erfordert Reife, Ehrlichkeit und Mut. Ich denke, es lohnt sich, sich auf diesen Weg zu machen.

In diesem Sinne – bleiben Sie bei sich und werden Sie zum Spiegel fĂŒr andere, wĂ€hrend sie selbst in diesen Spiegel der anderen mutig hineinsehen.

1 Antwort
  1. Karolin Marx says:

    Herzlichsten GlĂŒckwunsch zum 10-JĂ€hrigen Newsletter. Ich freu mich jeden Monat darauf – auch wenn ich ihn nicht immer gleich lese, aber ich möchte ihn auf keinen Fall missen ;-). Herzlichsten Dank fĂŒr die MĂŒhe, Impulse und Herzlichkeit die in jedem einzelnen Newletter immer wieder auf`s Neue enthalten sind. Es ist spĂŒrbar, dass Du echte Freude damit verbindest und dies damit auch mit uns allen teilst.
    Wieviele Jahre ich deinen Newsletter nun schon bekomme, könnte ich garnicht zu 100% sagen – aber es sind schon ganz viele Jahre :-).
    Ich freu mich wirklich Dich „gefunden“ zu haben und ĂŒbrigens freue ich mich auch schon sehr auf den jĂ€hrlich so spannenden und liebevoll erstelleten Adventskalender von Dir :-).

    Herzlichst, Karolin

    Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.