„Alles bewegt sich auf dieser Welt und ist einer ständigen Wandlung unterworfen.“

Der Dalai Lama spricht eine Wahrheit aus, die wir alle kennen: Leben heißt sich verändern.
Entwicklung ist unweigerlich mit Veränderung verbunden. Wir wollen uns verändern, wollen vorwärts kommen und haben Ziele. Wir sind ständig auf der Suche nach Erfolg, nach Liebe, nach Erfüllung, nach Selbstverwirklichung, nach Abwechslung – eine endlose Kette von Suchen, Finden, Loslassen und Sich-erneut-auf-die-Suche-begeben. Wir „werden“ von innen heraus bewegt. Weil wir lebendig sind, wachsen wir und verändern uns stets weiter.

Wandel und Beständigkeit

Der Rhythmus kontinuierlichen Wandels entspricht der menschlichen Natur. Und doch gibt es eine starke gegenläufige Kraft, die das Beständige sucht. Das verbinden wir mit Sicherheit und planen so, als könnten wir die Zukunft vorhersagen oder erwünschte Lebensumstände festschreiben. Obwohl dies eine Illusion sein mag, macht sie uns stark und gibt uns die Kraft, im Prozess aller Veränderungen unsere Ziele und Wünsche nicht aus den Augen zu verlieren. Um auch unerwartete Bewegung und Wandlung einzubeziehen, ist Flexibilität hilfreich. Akzeptieren wir die veränderte Situation, können wir neue Ideen entwickeln und unseren Weg fortsetzen.

Wandlung schließt immer wieder neue Abschiede ein. Etwas geht zu Ende, etwas Neues beginnt. Loslassen, zulassen, sich einlassen. Ich empfinde es als entspannend, mir die Stufen Abschied, Akzeptanz und Neubeginn bewusst zu machen und die Gefühle wahrzunehmen, die damit verbunden sind. Diese können angenehm oder unangenehm sein – doch ganz unabhängig von der persönlichen Einschätzung ist es, wie es ist: Alles ist vergänglich.

Vergänglichkeit

Über die Kunst von Andy Goldsworthy, einem bedeutenden Naturkünstler der Gegenwart, kann ich dem Thema Vergänglichkeit, das sonst meist mit Angst und Unsicherheit verbunden ist, neu begegnen. Seine Arbeit bezieht mit ein, dass Kunst vergänglich ist. Ich finde, das verleiht ihr etwas Unbeschwertes und beim Betrachten seiner Werke erlebe ich diesen Aspekt als inspirierend.
Andy Goldsworthy arbeitet mit den Elementen und Materialien der Natur – und findet sich selbst darin, so sagt er. Mich faszinieren die Ergebnisse seiner sehr persönlichen Auseinandersetzung. An dem Punkt, an dem das Werk am lebendigsten ist, macht er eine Fotografie und hält im Bild fest, was aus dem Zusammenspiel mit der Natur entstanden ist. Dieser Punkt beinhaltet den ganzen Prozess: Die Natur inspiriert die Idee durch die Materialien, die sie an dem bestimmten Tag und dem ausgewählten Ort gerade zur Verfügung stellt, der Künstler lässt sich davon leiten, wählt Dinge aus, stellt sie zusammen, schafft das Werk und gibt es in dieser veränderten Form an die Natur zurück. Werden, Wachsen, Vergehen.

Was lösen Abschied und Wandel in Ihnen aus? Wie gehen Sie mit Veränderung um?

Ich freue mich auf Ihre Anregungen und Kommentare.


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