Das Schlimme ist immer relativ. Solange noch Schlimmeres passieren kann, ist das Schlimme vielleicht einfach eine Herausforderung des Lebens. Wir werden gefordert, flexibel und stark zu sein, eine relativ unangenehme Situation zu meistern und mit ihr leben zu lernen.

Eine Geschichte, die das Leben hätte schreiben können, macht die Relation zwischen schlimm und schlimmer deutlich. Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen beim Lesen!

„Schlimmes und noch Schlimmeres“

Eine Mutter kommt in das Zimmer ihrer Tochter und findet dieses leer mit einem Brief auf dem Bett. Das Schlimmste ahnend, macht sie ihn auf und liest folgendes:

„Liebe Mami, es tut mir leid, Dir sagen zu müssen, dass ich mit meinem neuen Freund von zuhause weggegangen bin. Ich habe in ihm die wahre Liebe gefunden. Du solltest ihn sehen, er ist ja soooooo süß mit seinen vielen Tatoos und den Piercings und vor allem seinem Megateil von Motorrad!
Aber das ist noch nicht alles, Mami, ich bin endlich schwanger und Abdul sagt, wir werden ein schönes Leben haben in seinem Wohnwagen mitten im Wald! Er will noch viele Kinder mit mir, und das ist auch mein Traum. Und da ich draufgekommen bin, dass Marihuana eigentlich gut tut, werden wir das Gras auch für unsere Freunde anbauen, wenn denen einmal das Koks oder Heroin ausgeht, damit sie nicht so leiden müssen. In der Zwischenzeit hoffe ich, dass die Wissenschaft endlich ein Mittel gegen Aids findet, damit es Abdul bald besser geht, er verdient es wirklich!

Du brauchst keine Angst zu haben, Mami, denn ich bin ja schon 13 und kann ganz gut auf mich selber aufpassen. Und das bisschen Lebenserfahrung, das mir fehlt, kann Abdul mit seinen 44 Jahren gut ausgleichen.
Ich hoffe, ich kann Dich bald besuchen kommen, damit Du Deine Enkel kennen lernst. Vorher fahren wir noch zu Abdul’s Eltern, um dort zu heiraten. Dann hat er es hier auch leichter mit seinem Aufenthalt.

Deine geliebte Tochter

PS: Alles Blödsinn, Mami, ich bin bei den Nachbarn! Wollt Dir nur sagen, dass es schlimmere Dinge im Leben gibt, als das Zeugnis, das auf’m Nachtkästchen liegt! Hab’ Dich lieb!“

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Die Geschichte wurde mir von Karolin Marx im Rahmen ihrer monatlichen Schmunzelgeschichten zugeschickt. Karolin ist Persönlichkeitstrainerin und für sie ist ein humorvolles Augenzwinkern ein wesentlicher Baustein in ihrer Arbeit. Ihre Anregungen kommen mit einem Lächeln, das zum Nachdenken inspiriert. Vielen Dank, Karolin!

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