Zulassen, was ist.
Anschauen, ohne zu bewerten.
Aushalten. Durchstehen. Transformieren.

Was könnte schlimmstenfalls passieren?
Was darf nicht sein?
Wie muss es unbedingt sein?
Was fürchte ich?

Ich könnte abstürzen.
Ich darf nicht nicht-wissen.
Ich darf nicht enttäuschen.
Ich muss unbedingt anerkannt sein.
Ich fürchte, alleine zu bleiben.

Wir befürchten häufig Katastrophen, doch äußerst selten tritt auch nur ein Bruchteil davon ein. Sehen wir an, was ist, ohne es zu bewerten und ohne es ändern zu wollen, nimmt der Druck ab. Wir kommen zu einem besseren Verständnis eigener Ängste und Glaubenssätze. Und alleine durch das Ansehen und benennen verlieren sie bereits an Kraft.

Vogel-Strauß-Politik als Überlebensstrategie

Unangenehmes verdrängen wir gerne. Wir wehren uns gegen unliebsame Gefühle und wollen sie nicht haben. Wir schieben überfällige Entscheidungen vor uns her, sagen uns: Der Arbeitsplatz stresst zwar, aber es gibt Schlimmeres; die Flasche Wein am Abend schadet doch nichts; die paar Kilo zu viel kommen halt, wenn man älter wird; die Magenschmerzen lassen sich mit Tabletten wegmachen; Streit und Unzufriedenheit gibt es doch überall; schließlich hält keine Beziehung ewig – den Kopf so tief in den Sand zu stecken ist eine Kunst, die nur wir Menschen beherrschen.

Bildrechte: Uta Herbert / pixelio.de

In unseren Köpfen konstruieren wir eine Welt, in der wir uns irgendwie schlecht und recht arrangieren, und häufig gelingt es sogar, das Schlechte über Jahre hinweg zu ignorieren. Das ist eine Überlebensstrategie, die uns unangenehme Gespräche und schwierige Entscheidungen ersparen soll. Lieber halten wir noch ein wenig mehr aus, als einmal reinen Tisch zu machen und für Veränderung zu sorgen. Lieber halsen wir uns noch ein wenig mehr auf, als uns zu verweigern und von anderen klare Entscheidungen zu fordern. Lieber halten wir wieder einmal den Mund, weil jetzt grade nicht der richtige Zeitpunkt ist und es nicht passt, sich zu streiten.
… Und so kommt schleichend eines zum anderen. Unmerklich versinken wir immer tiefer im Sumpf …

Was wollen wir vom Leben? Und was will das Leben von uns?

Das alles ist menschlich und verständlich. Aber ist es das, was wir vom Leben wollen? Ist es das, was das Leben von uns will? Es liegt in unserer eigenen Verantwortung, unserem Leben Sinn zu geben und die schleichende Entmündigung durch Angst und Mutlosigkeit zu beenden. Es ist liegt an uns selbst, etwas zu wagen, Position zu beziehen, den Mund aufzumachen und uns nicht aufzuhalsen, was wir eigentlich nicht mehr leisten können.

Eine Konfrontation ist unbequem. Sie bringt Unsicherheit, denn wir wissen nicht, was passieren wird. Viele fürchten, von ihren Gefühlen überschwemmt zu werden und jegliche Kontrolle zu verlieren. Sie fürchten, den Schmerz nicht auszuhalten; sie fürchten den Zusammenbruch des Lebens, so wie sie es kennen. Sie fühlen sich paralysiert und mutlos, wenn es darauf ankommt, etwas zu verändern.

Etwas wagen.
Es ist ein Wagnis, zuzulassen was ist.
Es ist ein Wagnis, sich selbst und seine Ziele wieder neu zu finden.
Es ist ein Wagnis, sich mit unangenehmen Wahrheiten zu konfrontieren.

Und was passiert dann? – Was wir ansehen verändert sich. Was wir benennen, wird greifbar. Was wir ins Licht rücken, lässt sich entdecken und es verliert seine Bedrohlichkeit. Und schließlich wird es möglich, mit der dadurch neu gewonnenen Freiheit das Leben bewusst und absichtsvoll zu gestalten.

„Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, dass er tun kann, was er will,
sondern dass er nicht tun muss, was er nicht will.“ (Jean Jaques Rousseau)

Rousseau glaubt, dass wir Menschen die Freiheit haben, zu definieren, was wir nicht (mehr) tun wollen und was wir stattdessen lieber tun möchten. Ich glaube, eine Voraussetzung ist unsere Bereitschaft, ohne Bewertung und ohne Vorbehalte zu sehen, was ist.
Es ist ein Wagnis, zuzulassen, was ist. Wir gewinnen damit Würde und Sinn zurück. Wenn wir anderen mit offenem Herzen begegnen und uns mit allem zeigen, was uns ausmacht, spüren wir uns selbst wieder. Wir ernten den Respekt anderer, wenn wir aus Überzeugung handeln und mit Leidenschaft leben. Dann stehen die Chancen gut, dass wir wieder gute Beziehungen haben und unsere Lebensfreude zunimmt.

Mit professioneller Hilfe verändern Sie sich gezielt.

Wenn Sie es wagen wollen, sich und Ihr Leben neu zu definieren; wenn Sie Ihre Schattenseiten ansehen wollen; wenn Sie Ihre Ängste aufdecken und entkräften wollen; und wenn Sie sich dazu professionelle Hilfestellung gönnen möchten, dann gibt Ihnen ein Coach, ein Berater oder Therapeut den notwendigen geschützten Raum, dies gefahrlos und erfolgversprechend zu tun. Er oder sie achtet darauf, dass Sie nicht zu große Schritte machen und sich nur zumuten, was Sie jeweils verkraften können. Während Sie vorwärts gehen, mutige Schritte machen, sich auseinandersetzen und sich wieder ein deutlich besseres Lebensgefühl zurückholen, ist da eine kaum sichtbare Hand in Ihrem Rücken, die Sie bei Bedarf auffängt.

 

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