Fokussierung und Konzentration

Präsent sein.
Entscheiden, was wichtig ist.
Tun, was gerade jetzt wichtig ist.
Diese Sätze beschreiben einen Zustand von Fokussierung und Konzentration. Wer in einem solchen Zustand ist, wird Erfolg haben bei dem, was er tut. Doch wie erreichen wir diese Präsenz und Entschlossenheit? Dazu ist mir eine interessante Zen-Geschichte begegnet:
Ängste verarbeitenEin Mann, der über eine Ebene reiste, stieß auf einen Tiger. Er floh, den Tiger hinter sich. Als er an einen Abgrund kam, suchte er Halt an der Wurzel eines wilden Weinstocks und schwang sich über die Kante. Der Tiger beschnupperte ihn von oben. Zitternd schaute der Mann hinab, wo weit unten ein anderer Tiger darauf wartete, ihn zu fressen. Nur die Wurzel hielt ihn. Doch zwei Mäuse, eine weiße und eine schwarze, machten sich bereits daran, nach und nach die Weinwurzel durchzubeißen. Da sah der Mann eine saftige Erdbeere neben sich. Während er sich mit der einen Hand an der Wurzel festhielt, pflückte er mit der anderen die Erdbeere und biss hinein. Wie süß sie schmeckte!
Zuerst habe ich diese Geschichte gar nicht richtig verstehen wollen. Mein Angstgehirn hat mich nicht losgelassen, hat mich in Hoffnungs- und Aussichtslosigkeit verstrickt, als wären tatsächlich bedrohliche Tiger und schwarze und weiße Mäuse realer Teil meines Lebens. Doch schließlich hat mich die Vorstellung der Süße der Erdbeere gerettet. Sie hat eine Anziehungskraft ausgeübt. Ich habe ihren Geschmack schon fast auf der Zunge gespürt … und da habe ich das Bild dann doch verstanden:

Der Erdbeer-Moment

der ErdbeermomentEs ist meine Entscheidung, ob ich mich in Ängsten der Vergangenheit und Zukunft aufhalte, ob ich mich anfressen lasse von dem, was andere sagen, tun oder womit sie drohen. Ja, es ist meine Entscheidung, ob ich mich durch all das Oben oder Unten und Möglich oder Unmöglich von meinem wirklichen Leben ablenken lasse, es gar verpasse. Es ist meine Entscheidung, die roten, leuchtenden Erdbeeren zu sehen, sie zu riechen, sie zu berühren oder sie gar zu kosten. Es ist meine Entscheidung, mir den Geschmack des Lebens auf der Zunge zergehen zu lassen und ihn zu genießen.

Was früher oder später ohnehin kommt, kommt früh genug

Eine Einsicht breitet sich immer mehr in mir aus und schafft Vertrauen: Was früher oder später kommt, kommt früh genug. Was ohnehin kommt, kann ich nicht ändern. Und was ich ändern kann, kann ich nur fokussiert in der Gegenwart ändern. Meine beste Entscheidung ist es also, völlig präsent zu sein – jetzt. Denn dann steht mir all mein Wissen zur Verfügung, mit dem ich das Leben bewältigen kann.

Tue, was du kannst, und erkenne dich dafür an

Ist es nicht völlig logisch, dass wir genau dann die meiste Kraft entfalten und die besten Entscheidungen treffen können, wenn wir ganz präsent in der Situation sind, die es gerade zu bewältigen gilt? Vielleicht unterstreichen die Tiger die Bedeutung des „Erdbeer“-Moments. Denn der gegenwärtige Moment ist alles, was wir haben. Also vertraue diesem Moment, könnte die Botschaft der Tiger sein! Vertraue vor allem dir selbst, sei achtsam in deiner Welt. Tue, was du kannst, und erkenne dich dafür an. Nicht mehr und nicht weniger.
Die beste Entscheidung ist es, völlig präsent zu sein – jetzt. Klicken Sie um zu Tweeten

Jeden Tag ein bisschen mehr Achtsamkeit

Die Zen-Geschichte spricht natürlich von Mindfulness und dem achtsamen Leben im Augenblick: Wir sprechen von Achtsamkeit. Die formale Achtsamkeitspraxis beinhaltet Meditation in verschiedenen Formen und Yoga oder andere achtsam ausgeführte Bewegungen. Die weniger formale Achtsamkeit bezieht sich auf Alltägliches wie Gespräche, Aufstehen, Auto fahren, Spazieren gehen, Kochen und so weiter. Alles kann in Achtsamkeit getan werden.

Einige Anregungen für den Alltag

Sorge für dichDu hast es verdient, dich zu verwöhnen! Und alles, was wir mit Achtsamkeit tun, hat diese Wirkung von sich spüren, sich liebevoll wahrnehmen, sich verwöhnen, sich etwas Gutes tun. Also sorge dafür, dass du jeden Tag etwas bekommst und/oder tust, das dir guttut. Und weil das zu uns zurückkommt, was wir ausstrahlen, sorge auch gut dafür, dass Menschen um dich herum etwas bekommen, das ihnen guttut. Auch sie haben das verdient. Und sie werden es dir danken!

5 Tipps:

  • Sorge für dich mit Hingabe!
    Pflege dich mit viel Liebe, gönne dir einen guten Duft, ein warmes Bad oder was du sonst gerne magst.
    Wenn du gerne Musik hörst, dann schalte bewusst für dich schöne Musik ein, zu allen passenden Gelegenheiten.
    Gestalte dein Essen angenehm, zünde vielleicht eine Kerze an, decke den Tisch schön.
    Und dein Körper freut sich über Bewegung, gesundes Essen und viel Schlaf. Hol dir, was das dir wirklich guttut und Freude macht.
  • Alleinzeiten gehören für mich auch zu meinem persönlichen Verwöhnprogramm. Denn genauso, wie wir andere Menschen brauchen für den Austausch, so brauchen wir auch Zeiten, die nur ganz allein für uns selbst reserviert sind. Zum Nachdenken, Journal schreiben, Lesen, Meditieren, Nichtstun, Entspannen und Kraft schöpfen.
  • Beziehungsweise … Wie gestaltet man gute Beziehungen bewusst und achtsam? Mir ist es wichtig, jeden Tag irgendwie meine Wertschätzung auszudrücken. Manchmal in Worten, aber auch manchmal im Schweigen. Im Aushalten und Sprachlossein ebenso wie in ausgelassener, lauter Freude.
  • Lächeln. Nicht vergessen! Ist immer entspannend, hat eine super Wirkung nach innen und gleichzeitig auch nach außen. Es hilft also uns selbst und unseren Beziehungen.
  • Carpe Diem! Lebe den Augenblick so oft es geht. So oft du daran denkst, kehre zurück in den gegenwärtigen Moment und tue das, was du tust. Mit Hingabe und Aufmerksamkeit, ohne woanders sein zu wollen. Gib einfach dein Bestes und freu dich dran. Das ist es, was du tust. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
0 Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.