Ohne Zweifel hat das jeder schon gehört, oder sogar selbst gesagt: „Ich bin eben so!“ Eine Killerphrase, auf die man nichts mehr erwidern kann. Ich frage mich aber: Soll das eine Entschuldigung sein? Oder soll das eine Erklärung sein? Es kann als Aufforderung verstanden werden, der andere solle doch bitte lernen, mit diesen „Eigenheiten“ umzugehen? Und manchmal mag es auch eine Ausrede sein, weil man sich nicht verändern will – oder aber nicht weiß, wie man eine Veränderung bewirken könnte.

In diesem letzten Fall schwingt auch ein wenig Verzweiflung mit. Der Glaubenssatz, sich nicht verändern zu können, resultiert auch aus der Hilflosigkeit, kein Mittel dazu zu haben. Der betreffende Mensch fühlt sich seinen Temperamenten ausgeliefert, seinem Charakter verpflichtet und nicht immer als Herr seiner eigenen Reaktionen. Die Behauptung, das sei eine genetisch bedingte und unabänderliche Sache, verschiebt die Verantwortung: Nicht die Person, sondern die Veranlagung ist Schuld.

Wer so denkt, für den mag die folgende Behauptung provokant klingen:
Veränderung ist immer möglich.

Auch ich glaube nicht, dass aus einer Tanne eine Eiche werden kann. Aber ich weiß, dass mit Willenskraft, Einsicht und Respekt, Mitgefühl und Liebe sich unglaublich viel verändern lässt. Manche Menschen sind nicht wiederzuerkennen, wenn sie diese Kräfte in sich zulassen und beginnen, sich Ziele zu setzen und Veränderung anzustreben. Ich möchte nicht missverstanden werden: Nur mit einem Entschluss alleine lässt sich nicht ALLES verändern. Aber gelingt es, blockierende Auffassungen, Gedanken und behindernde Glaubenssätze aufzuheben und stattdessen unterstützende Gedanken zu denken, wird sich vieles verändern. Es werden sich von ganz alleine Wege zu anvisierten Zielen finden. Innerhalb genetischer Bedingungen und charakterlicher Tendenzen, die wir in diese Welt mitbringen, ist ein großer Spielraum an individueller Entwicklung möglich. Spielen wir also damit!

Tendenzen sind ein Potenzial, keine Festlegung! Wir können zwar nicht aus unserer Haut, aber das ist auch nicht notwendig. Denn immer können wir für uns entscheiden: Tun wir das oder tun wir jenes; lassen wir diese Gedanken zu oder weisen wir sie zurück; zeigen wir uns oder nicht; nähren wir unseren Mut oder nicht; lassen wir Gefühle zu oder lassen wir sie los? Es gibt in jedem Augenblick eine Entscheidung zu treffen. Auch nichts zu tun, ist eine Entscheidung, die Konsequenzen hat.

Entscheidungen treffen zu können, ist eine starke Kraft in uns. Ist sie uns bewusst, erkennen und nutzen wir Sie, wird Veränderung in eine von uns bestimmte Richtung möglich. Der Wille, Verantwortung für sich zu übernehmen, wächst mit dem starken Gefühl, selbst zu bestimmen – und es wachsen weitere Gefühle von Freiheit und Selbstvertrauen. Wir fühlen uns wieder als der „Chef“ in der Vielfalt der eigenen inneren Stimmen und ermöglichen uns damit persönliche Weiterentwicklung.

Wir werden kein anderer und keine andere, wir sind nur besser die Person, die wir wirklich sein können! Spontaner. Bewusster. Lebendiger.

Wir können unser Leben nach eigenen Vorstellungen gestalten! Voraussetzung ist, an uns selbst zu glauben. Jeder darf sein wie er ist. Doch so zu „sein“ heißt nicht, keinen Einfluss auf seine Gedanken und Handlungen zu haben, es bedeutet viel mehr, immer in einem Prozess zu sein. Wachstum und damit verbundene Veränderung sind ein Kennzeichen von Lebendigkeit. In jedem Menschen, in jedem „so Sein“ liegt enormes Entwicklungspotenzial. Ich sehe das Geschenk persönlicher Veranlagungen, angeborener Talente und seiner geistigen Möglichkeiten als einen wundervollen Anfang – und nicht als einen einschränkenden Endzustand. Wir tragen die Verantwortung dafür, was wir aus unserem Leben machen.

Nutzen Sie persönlich Ihren gesamten Entscheidungs-Spielraum, um ein glückliches und zufriedenes, selbstbestimmtes Leben zu leben? Oder lassen sie sich daran hindern, das Beste aus Ihrem Leben zu machen?

Ich freue mich auf Kommentare!
Ihre Konstanze Quirmbach

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