Du kannst alles erreichen, was du willst! (???)

Chakka – Ja, ich kann es tun! Motivationstrainer peitschen mit der einfachen Formel „Alles ist möglich“ gerne ihre Fans oder Seminarbesucher an: Finde heraus, was Du willst, strenge Dich genug an und Du wirst es erreichen – andere haben es auch erreicht! Zum Abschluss des Seminars gibt es den legendären Feuerlauf. In der Gruppe funktioniert das tatsächlich!

Nicht lange danach stellt sich Ernüchterung und damit Skepsis ein. Ist wirklich ALLES möglich? Was bedeutet denn für jeden einzelnen Menschen dieses ALLES? Und vor allem die Frage: Will ich denn ALLES?

Meine Antwort ist eindeutig: Nein, ich will nicht alles. Selbst wenn ich es haben oder erreichen könnte. Die Formel „Du kannst alles erreichen, was Du willst“ ist zu einfach – so einfach, dass sie mich verwirrt. Sie blendet meiner Meinung nach zu stark sinnvolle und tatsächliche Begrenzungen aus. Und sie setzt mich unter Druck. Ich fühle mich angestachelt, schneller im Hamsterrad zu laufen und mehr erreichen zu wollen.

Ich halte inne und spüre nach: Das fühlt sich für mich nicht stimmig an. Ja, ich möchte meine Möglichkeiten nutzen, mich entfalten, meine Talente nutzen und Begabungen einsetzen, um ein befriedigendes und ausgefülltes Leben zu haben. Muss ich dazu „alles“ erreichen?
Wenn ich von Erfolg und Motivation in meinem Leben spreche, muss ich herausfinden, was ich wirklich will und wie ich meinem Leben Sinn geben möchte. Oft habe ich zwar erfahren, wie Motivation von außen gut tut, etwas anschieben kann. Jedoch ist der wesentliche Schritt, mit der eigenen, von innen kommenden Motivation und Begeisterung Kontakt aufzunehmen. Daraus kann all das notwenige Engagement wachsen, mit dem ich genau das erreiche, was für mich passt und angemessen ist, in meinem Tempo. – Ich spüre nochmal nach: Ja, so stimmt es für mich.

Motivation von außen – Engagement von innen.
Da ich gerne Affirmationen einsetze, fällt mir nun eine Art „Verwandtschaft“ der Themen auf: Mit Affirmationen ist ALLES zu erreichen, man muss nur intensiv genug daran glauben. Das Gesetz der Resonanz sorgt für die Materialisierung deiner Gedanken. – Zugegeben, eine verführerische Vorstellung. Doch wieder ist die Formel zu einfach.

Jeder Mensch kann sich mit den richtigen Sätzen und Worten selbst unterstützen – und genau dazu dienen nach meinem Verständnis Affirmationen. Wir können sie dazu benutzen, uns selbst zu motivieren, an uns zu glauben, uns selbst Mut zu machen und „Ja“ zu unserem Leben zu sagen. Die positiven, kurzen Sätze können uns in vielerlei Hinsicht unterstützen. Sie sind ein Mittel des Perspektivenwechsels:
Anstatt Negatives zu beklagen, können wir dessen positive Seite suchen.
Anstatt die zugeschlagene Tür anzustarren, können wir die Tür entdecken, die sich stattdessen öffnet.

Affirmationen können uns erspüren helfen, was jeweils richtig und wertvoll ist. Die Formulierung ist individuell und sehr persönlich: Ich formuliere meine Wahrnehmung, finde das, was mich ausmacht, stärke mich und das, was ich sein will und wofür ich stehe. Die Kraft liegt in der Tiefen-Wirkung der Worte auf den Sprecher (oder Denker), die nicht nur seinen Verstand, sondern vor allem Herz und Bauch erreichen. So verstehe ich Affirmationen überwiegend als (therapeutisch) wirksame Sätze, die persönliche Entwicklung unterstützen, weil sie dem inneren Prozess Rechnung tragen. Ich sehe ihn ihnen auch ein einfaches Instrument zur Selbsthilfe mit autosuggestiver Wirkung. Die jeweiligen Sätze sollen keinen Stress bereiten, sondern sie sollen das Wohlbefinden steigern und die Lebensqualität verbessern.

Was ist, das darf sein.

Worte sind nicht nur Schall und Rauch. Sie lösen Bilder und Vorstellungen in uns aus. Sie lösen Gefühle in uns aus. Die richtigen Worte können uns auffangen und uns Lebensmut vermitteln.

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