Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht: Auf meinem Schreibtisch liegen immer zu viele Zettel herum, in meinem E-Mail Programm bleiben jeden Tag zu viele Mails unbearbeitet, Telefonate verschiebe ich gerne auf später und bereits während ich arbeite, schreibe ich weitere Dinge auf eine to-do-Liste, die ich dringend machen sollte.

Kaum ist eine Aufgabe erledigt, muss ich eine Entscheidung darüber treffen, welche ich als nächste in Angriff nehme. Was sind meine Prioritäten? Meine Motive? Meine Energien?

Wichtig oder dringend?

Ganz sicher ist es nicht alleine die Bedeutung, Wichtigkeit oder Dringlichkeit einer Aufgabe, von der ich mich leiten lassen, sondern es spielen noch ganz andere Bedürfnisse eine Rolle. Viele Gründe können „dazwischen kommen“, die mich vom Abarbeiten beruflicher oder anderer Verpflichtungen, geplanter Vorhaben und eigentlich unaufschiebbarer Aufgaben abhalten. Ohne Anstrengung finden sich viele Gründe, etwas aufzuschieben.

Roland Kopp-Wichmann (Persönlichkeitscoach in Heidelberg) nennt sie „gute“ Gründe und er macht plausibel, dass Aufschieberitis in uns selbst motiviert und ein begründeter Schachzug ist – selbst wenn wir ihn häufig nicht ganz bewusst planen und die „Entscheidung“ dazu mehr unterbewusst als absichtlich fällt. In seinem Persönlichkeitsblog schreibt er:

„Ihr Aufschieben hilft Ihnen vermutlich dabei:

  • unangenehme Gefühle zu regulieren,
  • bestimmte Ängste zu vermeiden,
  • Ihr Selbstwertgefühl zu stärken (indem Sie sich widersetzen),
  • nicht immer funktionieren zu müssen,
  • die Illusion zu pflegen, dass alles im Leben Spaß machen sollte.

Natürlich hat Ihr Aufschieben einen Preis. Geplatzte Termine, nicht erfüllte Aufgaben, Vorwürfe von anderen, bohrende Schuldgefühle, enormen Stress, auch wenn Sie es unter Zeitdruck doch noch schaffen.“

Mehr Kontrolle

Ein kurzfristiges Bedürfnis setzt sich gegen ein längerfristiges Interesse durch, obwohl wir das „eigentlich“ nicht wollen: Aufschieberitis ist ein Verhalten, das wir gerne loswerden wollen! Wir möchten mehr Kontrolle über unser Verhalten und wollen weniger von unbewussten und kurzfristigen Interessen bestimmt werden. Kurzfristiges Aufschieben ist schlicht und ergreifend langfristig unbefriedigend. Wir bleiben mit einem Gefühl zurück, diese Wahl nicht wirklich getroffen zu haben. Es fühlt sich „unfrei“ an.

Viele Menschen wollen das ändern. Sie sind es leid, sich immer wieder selbst auszutricksen und schließlich mit Unerledigtem und einem schalen Gefühl zurückzubleiben. Der erfahrene Persönlichkeitstrainer Roland Kopp-Wichmann hat einen E-Mail-Kurs entwickelt, der das verändern soll. Hier der Inhalt der 10 Lektionen:

  1. Warum Aufschieben Ihnen schadet.
  2. Eine einfache Methode
  3. Wie Sie Ihre wichtigsten Vorhaben finden
  4. Wie Sie Ihre beste Zeit finden
  5. Wie Sie lernen, sich zu fokussieren
  6. Welche Ängste hinter Ihrem Aufschieben stecken.
  7. Wie Sie Reibung verhindern, um es zu schaffen.
  8. Warum zu viel Auswahl Sie nicht weiterbringt.
  9. Noch mehr Tipps gegen Aufschieben
  10. Wie Sie ungute Gewohnheiten verändern.

Ob die Anleitung zum gewünschten Ergebnis führen wird? Ich denke, auf jeden Fall wird sie einen Prozess einleiten, bei dem wir lernen, aufmerksamer mit unserer Aufschieberitis umzugehen. Und letztlich werden wir uns besser fühlen, weil wir unsere Entscheidungen bewusster und damit freier treffen können. Ich probiere es jedenfalls aus – schaden kann es ganz sicher nicht, sich mit seinen versteckten Ängsten und Wünschen intensiver auseinanderzusetzen.

Ihre Kommentare zum Thema im Allgemeinen oder Ihre persönlichen Erfahrungen mit dem Kurs von Herrn Kopp-Wichmann im Besonderen sind sehr willkommen! Ich freue mich, von Ihnen zu lesen :-).

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