136 000 Menschen in 132 Ländern machten Angaben zu Fragen über ihr Einkommen, ihr Glücksgefühl und ihre Lebenszufriedenheit. Die von der Universität in Illinois durchgeführte Studie bestätigt, was der Volksmund seit langem weiß: Geld macht nicht glücklich. Aber es beruhigt.

Was ist Glück?

Die Studie zeigt, dass alles davon abhängt, wie man das Wort ‚glücklich‘ definiert. Meint man damit eine Lebenszufriedenheit, eine Einschätzung seines Lebens insgesamt, sieht man überall auf der Welt einen recht großen Zusammenhang zwischen Verdienst und Glück, sagt der eremitierte Professor für Psychologie Ed Diener, der die Studie leitete. Bezeichnet man mit „glücklich“ dagegen die Empfindung selbst, sieht es anders aus: „Andererseits ist es fast schockierend, wie gering der Zusammenhang zwischen positiven Lebensgefühlen, Lebensglück und persönlichem Einkommen ist.“

Und das ist es doch, was das Sprichwort meint: Sich von einem Sonnenaufgang erfüllt zu fühlen, Schönheit der Musik in sich aufzusaugen, einen Freund in den Armen zu halten, von tiefer Zuneigung ergriffen zu sein, mit jemandem lachen zu können – oder was immer für Sie Glücks-Gefühle repräsentiert – all diese Dinge kann Geld nicht kaufen. Positive Lebensgefühle haben mit innerer Einstellung und nichts mit einem gefüllten Portemonnaie zu tun.

Geld macht nicht unglücklich

Ich kann mich erinnern, dass ich als Kind glaubte, reiche Menschen müssten automatisch unglücklich sein, weil Geld ja nicht glücklich macht. Heute weiß ich das natürlich besser. Geld macht nicht unglücklich, der Umkehrschluss stimmt nicht. Es nimmt eine Menge Sorgen und erleichtert das Leben ungemein, ein regelmäßiges, ausreichendes Einkommen zu haben. Darüber sind sich weltweit alle einig, wie die Studie bestätigt. Abgefragt wurde dieses Gefühl als Lebenszufriedenheit, die übereinstimmend deutlich größer ist bei höherem Einkommen. Menschen ziehen Befriedigung daraus, ihr Leben bequem einrichten zu können, weil sie über einen bestimmten Besitz verfügen und Lebensstandard erreichen.

Mir kommen Beispiele in den Sinn von Menschen, die unter schwierigen, grausamen, ungerechten und ärmlichen Umständen leben oder gelebt haben und dennoch die besten Lehrer von Glücksgefühlen sind. Die innere Freiheit, sich gut zu fühlen und positiv zu denken, ist noch nicht einmal unbedingt abhängig von den Lebensumständen, und schon gar nicht von Einkommen. Das bedeutet nicht, sich geschlagen zu geben oder nicht diese Umstände verändern zu wollen. Es zeigt nur, dass inneres Glück nicht von äußeren Verhältnissen abhängig ist.

Die beiden angebotenen Definitionen des Wortes „glücklich“ sind auf starke Grundbedürfnisse bezogen:

  1. Das Bedürfnis nach Sicherheit, Bequemlichkeit, Besitz und einem Leben in materieller Zufriedenheit.
  2. Das Bedürfnis nach Geborgenheit, Liebe, Autonomie, Vertrauen, Respekt, Sinn, Gemeinschaft.

Beides brauchen wir Menschen, um leben zu können, doch nur eines kann von Geld befriedigt werden, das andere nicht. Dafür müssen wir selbst sorgen durch die Art und Weise, wie bewusst wir Leben gestalten und genießen.

Die Fragestellung in der Überschrift ist demnach provokativ. NEIN, ist jeder geneigt zu sagen, Glück kann man natürlich nicht kaufen. Doch das Glücksgefühl von Sicherheit und der Abwesenheit finanzieller Sorgen, das lässt sich eben doch mit Geld erreichen. Wie viel Geld jemand braucht, um sich persönlich sicher zu fühlen und sich nicht sorgen zu müssen, das ist mit Sicherheit wieder sehr unterschiedlich von Mensch zu Mensch.

Wie ist es bei Ihnen? Sind Sie mit wenig glücklich? Und was verstehen Sie darunter?

Danke für Ihre Kommentare. Ich wünsche Ihnen einen glücklichen Sommer :-).

 

P.S.
Ich fühle mich gerade ziemlich glücklich, weil ich einen Blogbeitrag geschrieben habe und mir meine Arbeit Freude macht, weil mich außerdem die Sonne verwöhnt heute, meine Enkelkinder hier sind und das Wasser im See unschlagbar herrlich ist … ach, ich könnte noch so viele Gründe finden. Und all das kann ich tun, weil ich mir keine Sorgen machen muss, wie ich morgen mein Essen bezahlen kann. Ein Leben voller Privilegien! Und das macht mich auch schon wieder glücklich …

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